Xavier, ein wassersüchtiger Whippet

Mein Name ist Xavier und ich wurde schon vor Monaten gebeten, ein wenig über meine Geschichte für WiN zu schreiben, aber Ihr wisst ja, wie das ist als verantwortungsvoller Hund hat man viel zu tun und muss sich natürlich erst einmal um seine Menschen kümmern und davon habe ich eine ganze Menge. Außerdem wurden immer noch keine für Hundepfoten passenden Tastaturen erfunden. Somit brauche ich einen Menschen zum Diktat!

Am 01.12.2002 standen diese Bonner plötzlich vor meiner Tür und riefen Bonjour Xavier und nahmen mich einfach mit. Ich sprang sofort ins Auto, denn irgendwie habe ich gemerkt, die sind die Richtigen für mich. Zuerst fuhren wir in einen kleinen Park und gingen spazieren, dann haben wir in einem Lokal zu Mittag gegessen. Ute, mein neuer „Hauptmensch“, legte mir ihre Jacke auf den Boden und so waren wir alle gegenseitig verwundert: Ich, weil ich nicht wusste, wofür und die drei, die mich abholten, weil ihre Whippets sich noch nie freiwillig ohne Decke auf den Boden gelegt hatten. Vom Mittagessen vor allem von Utes Seezunge bekam ich reichlich ab und fühlte mich so schon recht wohl.
Auf der Fahrt nach Bonn krabbelte ich auf Utes Schoß und sie streichelte mich unentwegt. Wir machten noch eine Pause und kamen abends bei Jochens Mutter an, dies wurde mein Hauptwohnsitz. So jetzt kennt ihr schon mein engstes Rudel, erweitert wird es jedoch noch um folgendes Personal:
Fritz, Kerstin, Jörg, Gabi, Charlotte, Rafael, Tatjana + Max, die alle zur Familie oder zum engeren Freundeskreis gehören und sich auch bemühen, meine Wünsche zu erfüllen.
Am Anfang war ich etwas verstört und ängstlich, meine Leute meinen, ich sei wohl mal geschlagen und getreten worden. Außerdem habe ich mich, sobald ich vor die Haustüre kam „auslaufen“ lassen und auch „mein großes Geschäft“ im Gehen erledigt. Ich war etwas mollig, obwohl ich etwa 2 Kilo weniger wog als heute. Alle anderen Hunde habe ich verbellt und, als ob ich bösartig sei, vor Ihnen wild gebärdet. Meine Gesundheit war nicht zum besten, ich hatte einen grässlichen Schnupfen, getrunken habe ich sehr wenig, denn bei meiner ersten Familie bekam ich ab 16:00 Uhr nichts mehr. Einen Impfpass besaß ich nicht, dafür hatte ich Zahnstein!
Meine Leute kümmerten sich um mich, brachten mich zum Tierarzt, spielten viel Ball mit mir. Ich spiele wahnsinnig gerne Ball. Sie besuchten mit mir eine Hundeschule, damit ich im Umgang mit anderen Hunden sicherer wurde. Liebe Rosi Krings (Leiterin der Hundeschulgruppe): Vielen Dank für Deine liebevolle Betreuung!
Als es wärmer wurde, habe ich mich dann einfach mal in einen Bach gelegt und bin nach dem Spielen in den Rhein gesprungen - zur Abkühlung. Hach! Hab' ich meine Menschen da erstaunt, die dachten doch, alle Whippets wären wasserscheu.

Der erste Urlaub war für mich irgendwie komisch. Statt den ganzen Tag Ball zu spielen, zu essen und evtl. mal zu baden, sind wir gewandert! Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und wandere recht gerne, besonders schmale gewundene Wald- und Geröllwege finde ich toll. Da fühle ich mich wie der größte aller Pfadfinder.
An Gewicht habe ich zugelegt, aber ihr könnt meine Rippen zählen. Damit ich nicht so oft Zahnstein entfernt bekommen muss, bekomme ich Spezial-Trockenfutter und gespielt wird jede Menge. Katzen werden immer noch verbellt und ab und an auch ein Hund. Kinder, Ballspielen und Schwimmen liebe ich. Meine Leute sind ziemlich in Ordnung und wenn sie mir mal drohen: „Ich zieh' dir die Ohren lang“ lache ich nur und beiße sie liebevoll in die Nase.
Also ihr seht, abgesehen davon, dass ich gerne einen größeren Garten hätte und finde, alle sollten den ganzen Tag Zeit für mich haben, geht es mir sehr gut.