Vor
fast 2 Jahren wurde Teo in Polen beschlagnahmt. Er kam – total
abgemagert – in ein Tierheim. Das war natürlich auch nicht der richtige
Platz für einen Chart-Polski-Mix. Nette Menschen nahmen ihn mit in eine
Schrebergartensiedlung. Er fand dort eine kleine Hundemeute vor, hatte
jetzt wenigstens Futter, Freilauf im Garten und gute Betreuung. Aber -
auch dort war die Umgebung, d.h. die Nachbarschaft von diesem Neuzugang
nicht begeistert. Täglich befürchteten seine Gastgeber, dass ihn
irgendjemand vergiften könnte. Da ging der Hilferuf an deutsche
Tierschutzorganisationen ab: könnt Ihr diesen Hund nicht hier heraus
holen? Ganz unverhofft meldete ein Mitglied von WiN aus Polen, sie käme
nach Deutschland und brächte uns Teo mit. Man traf sich zwischen Polen
und Südbayern im Juni 2006. Teo lebte sich auf unserer Pflegestelle gut
ein, sah viele Hunde kommen und gehen, nur er fand kein Zuhause. Immer
wieder lehnten Interessenten ihn dann doch ab.
Warum???
Vielleicht, weil er wirklich auf die richtige Familie gewartet hat? Die
hat er jedenfalls jetzt gefunden, wie Sie hier lesen können.
Teo – Der polnisch-bayerische Bergfex
Als
wir Teo, einen 7-jährigen Chart Polski Mix, vor 4 Monaten (Juni 2007)
adoptierten waren wir zwar von Anfang an in ihn verliebt, aber auch
verunsichert. Er ist unser erster Hund und alle Hundebesitzer in
unserem Umfeld gaben skeptische Kommentare ab. Aussagen wie „Der lernt
nichts mehr!“ „Wer weiß welche psychischen Schäden der hat!“ waren mit
die häufigsten.
Aber Teo hat sehr schnell verstanden, dass wir
es gut mit ihm meinen. Er himmelt uns an, weicht kaum von unserer
Seite, ist nie aggressiv und für sein Alter sehr gelehrig. Nach den
vielen Jahren ohne Training ist er ein richtiges Muskelpaket mit
federndem Gang geworden, obwohl wir es momentan immer noch sehr ruhig
angehen lassen.
Andere Menschen und Hunde findet er interessant und
geht sehr freundlich auf sie zu. Bei Katzen ist er hin und her
gerissen: „Freund oder Futter?“ Wenn Katzen laufen sieht er sie auf
alle Fälle als interessantes Jagdobjekt.
Als
wir ihn zu uns nahmen hatten wir große Sorgen, dass er nie frei laufen
kann. Inzwischen geht er schon ganze Bergtouren ohne Leine. Lediglich
in Katzennähe, in der Nähe von Straßen oder in der Dämmerung muss er
immer angeleint laufen. Da wir aber immer mit Schleppleine und Geschirr
spazieren gehen hat er auch angeleint viel Freiraum. Teo geht zwar
nicht ohne Anlass auf Jagd, aber wenn er etwas Schnelles mit Fell sieht
oder eine frische Witterung aufnimmt, ist die Versuchung zu groß und er
spurtet los. Anfangs kannte er keinerlei Kommandos, sogar Leckerlis als
Belohnung waren ihm fremd und er verschmähte sie.

Nach
einigen eher frustrierenden Erlebnissen in einer normalen Hundeschule
machten wir eine Hundetrainerin ausfindig, die auf Jagdhunde und das
Kontrollieren des Jagdverhaltens – auch bei Windhunden - spezialisiert
ist. Wir bekamen von ihr viele wichtige Tipps für den Umgang mit einem
jagenden Windhund und für die Gestaltung eines stressfreien
Tagesablaufs für Teo. Er hat jetzt schon fast die gesamte
Grundausbildung drauf und liest mit großer Begeisterung kleine Fährten.
Am meisten freut uns aber, dass unsere Notbremse – der Kehrumpfiff – in
Jagdsituationen super klappt und Teo sofort umdreht. Da Teo immer
wacher wird und sich über jedes verdiente Leckerli total freut, werden
wir weiter am Ball bleiben.
Wir leben an einem Berggasthof
inmitten eines Wildgeheges mit ca. 90 Stück Wild. Deshalb hatten wir
auch Bedenken ob ihm dies auf die Dauer nicht zu aufregend wird. Aber
seine „Reh-Nachbarn“ waren nur zwei Tage lang interessant. Jetzt hat er
eher Angst wenn der Hirsch direkt am Zaun steht und versteckt sich
hinter uns.
Für die Zukunft hoffen wir, dass es weiterhin so
entspannt mit Teo läuft und er noch lange fit bleibt für unsere
gemeinsamen Bergtouren und Kuschelabende auf der Couch.