Ruff, der Franzose

Über das Internet suchten Tierschützer einen Platz für einen „geretteten“ Whippet mit einer Behinderung. Da wir und unsere Tierärztin grade Erfahrung gesammelt hatten, Behinderungen erfolgreich zu behandeln, war der Entschluss schnell gefasst. Der Verein überließ uns Ruff, den charmanten Franzosen, der sich whippetgemäß freute als er von einem anderen Windhund dort abgeholt wurde. Wir waren guten Mutes, ihn wieder richtig auf seine 4 Beine stellen lassen zu können. Einen endgültigen Platz für ihn hatten wir auch schon. Aber dann kam die große Enttäuschung: an seinem verkrüppelten Bein konnte leider kein Tierarzt mehr etwas reparieren. Aber Ruff schien das nicht weiter zu stören. Er war und ist ein lustiger Whippet, der sein Leben genießt. Seine Wirbelsäule ist durch die einseitige Belastung schon in Mitleidenschaft gezogen. Sicher wird er einmal – früher als andere Hunde – ein Arthrose-Problem bekommen. Aber da gibt es dann ja auch Mittel, die ihn schmerzfrei halten können. Seine Familie liebt ihn deswegen nicht weniger. Lesen Sie hier weiter.

Und jetzt wird es Zeit uns richtig zu outen: Wir sind Windhunde in Not e.V. Wiederholungstäter!
Nachdem vor einigen Jahren ja schon unsere Prinzessin Lulu die Herrschaft über uns Fußvolk übernommen hat, wohnt nun seit über einem halben Jahr ihr neuer Freund Ruff (er ist ein Franzose, der „Rüff“ gerufen wird) bei uns. (Einige von Ihnen kennen ihn ja vielleicht schon von der Patenhundseite?) In diesem hat Lulu ihren Herren und Meister gefunden, der lässt sich ihre Zickereien, Rempeleien oder sonstige Fiesitäten nämlich nicht gefallen ;-).
Aber wie kam es eigentlich zum Einzug von Ruff bei uns?

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Es ist so, unsere Diva Lulu ist erklärte Rassistin, vor "Nichtwindhunden" pflegte sie doch eine recht ausgeprägte Unsicherheit, wenn nicht sogar Angst. Außerdem gab es immer Gezanke, wer gerade mit dem Divchen kuscheln darf. Na ja, ein Whippet für zwei kleine und zwei große Menschen ist wohl doch ein bisschen zu wenig ;-).
Da wir all die Jahre einen schönen Kontakt zu Frau Karas beibehielten, berieten wir uns mit ihr. Und so fiel nach reiflicher Überlegung die Entscheidung, ein zweiter Windhund soll unsere Familie bereichern.
Wir wussten bereits vor Ruff`s Einzug von seiner Behinderung und sind diesbezüglich von WiN ganz toll betreut worden und werden es noch heute.
Welche Ausmaße Ruff`s Behinderung allerdings hat, wurde erst bei einem gemeinsamen Tierarztbesuch von Frau Karas und uns klar. Die Röntgenbilder sehen schlimm aus. Als die Röntgenbilder entwickelt wurden, war ich mit unserer Hündin kurz draußen. Bei meiner Rückkehr ins Sprechzimmer sah ich Tränen in den Augen meines Mannes und dachte, alles ist zu spät.

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Aber: Ruff hat im Normalfall keine Schmerzen, er ist ein Energiebündel und so voller Lebensfreude, das der erste Schreck schnell vorüber war. Ruff hatte sich so schnell in unsere Herzen geschlichen, dass wir ihn trotzdem, bzw. gerade deswegen nicht wieder hergeben wollen. Leider stellte sich noch ein behandlungswürdiger Herzfehler heraus. WiN entschied sich daraufhin, Ruff ins Patenprogramm aufzunehmen, worüber wir zutiefst dankbar sind, wurde uns doch eine große Last von den Schultern genommen.
Ruff ist ein Peter Pan. Er scheint nie erwachsen geworden zu sein! Fast täglich werden wir angesprochen: Na, das ist aber noch ein ganz Junger, oder? Öh, nööö, der ist schon acht Jahre alt.....
Er ist ein Hans Dampf in allen Gassen, hat Feuer wie ein gesunder, junger Hund, genießt seinen Freilauf unendlich....
Auch hierbei sind wir von Frau de Vries und Frau Karas immer wieder unterstützt worden. Wir sind immer wieder ermutigt worden: Lasst ihn laufen, auch wenn er herzkrank  und behindert ist!

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Ich gebe zu, am Anfang sind wir tausend Tode gestorben, wenn er über Gräben sprang, den Baum hinter Eichhörnchen hochlief.... Inzwischen haben wir uns daran gewöhnt, er ist und bleibt ein kleiner Wildsack, mit einem ausgeprägtem Charme und Selbstbewusstsein. Zugegeben, er kann auch ganz schön anstrengend sein, lach, er zeigt zu jeder Zeit nämlich sehr deutlich was er will und ist dann auch nicht sehr diskussionsfreudig ;-)). Ein sehr kommunikativer Whippet eben. Sich erziehen lassen findet er total doof, da legt er sich doch glatt ganz schnell eine zweite Behinderung zu: Er wird taub!
Wir haben nun also unsere zwei Traumhunde bei uns, die unterschiedlicher nicht sein könnten, trotz gleicher Rasse. Jeder einzelne von beiden ist einfach unendlich liebenswert mit einem tollen Charakter. Beide sind unendlich lustig, wir lachen hier täglich über die zwei verwöhnten Chaoten, was unserer Familie einfach gut tut.
In den letzten Jahren war das Leben für unsere Familie nicht immer einfach, mit den beiden Kasperköpfen ist allerdings eine ganze Menge Lebensfreude, Spaß und Glück zu uns zurückgekehrt.

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Wir danken Frau Karas und Frau de Vries von ganzem Herzen für das Vertrauen, welches uns entgegengebracht wurde, für diese zwei wundervollen Hunde und für die wirklich liebevolle und fachkundige Betreuung.
Wir können auf jeden Fall sagen: Wir haben nicht nur zwei tolle Hunde bekommen, sondern dadurch auch Freunde gewonnen!




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