Diese
Barsois kennen Sie nicht aus der Vermittlung, weil sie dort nie
vorgestellt wurden. Unsere Mitglieder, die den Sommerbrief 2007 gelesen
haben, wissen dass Raff-Raff und Anastasia aus Griechenland kamen. Der
Tierschutz auf Korfu hat monatelang vergebens versucht, die beiden
jungen Barsois unterzubringen. Letztendlich kam über das Londoner
Tierheim Battersea's Dogs' Home die Bitte an uns, die Barsois zu
übernehmen. Wir arbeiteten sehr gut mit dem Tierschutz Korfu zusammen
und gemeinsam hatten wir eine grosse Reihe von Problemen zu lösen bevor
die Barsois nach Deutschland fliegen konnten. Anfang Mai war es so
weit. Wir hatten eigentlich vor, die beiden erst mal auf einer
Pflegestelle etwas zu beobachten , um besser beurteilen zu können, wo
sie am besten aufgehoben sein könnten. Und dann passierte etwas ganz
hervorragendes: die netten, zur Zeit hundlosen Mitglieder, die den
Transport vom Flughafen zur Pflegestelle übernehmen sollten, riefen
kurz vor der Ankunft an und fragten "habt Ihr eigentlich schon eine
Idee, wem Ihr die Hunden vermitteln wollt? Nein, sagten wir; das wird
wohl etwas dauern, denn zwei Barsois, die vermutlich zusammenbleiben
müssen, sind nicht so einfach. "Ach, sagten die Mitglieder, wir würden
sie gerne übernehmen. Und so geschah es .....
Liebe Rina,
ich bin es, Raff-Raff aus Hennef. Meine Frau Anastasia und ich
möchten uns ganz herzlich bei Dir bedanken. Durch Deine Liebe zu uns
Vierbeinern haben wir jetzt ein wunderbares Leben und ein liebevolles
Zuhause gefunden.
Seit
dem 8.5.07 wohnen wir nun hier, nunmehr 89 Tage, denn heute ist der
5.8.07 und ich vollende mein zweites Lebensjahr auf diesem Erdenrund.
Aus diesem Anlass erhältst Du als Anlage einige Fotos von Anastasia und
mir in unserem „Paradies“. Es ist ordentlich groß, sehr
abwechslungsreich und gänzlich eingefriedet. Das hat für uns Vor- und
Nachteile: die bösen Feinde bleiben draußen, dafür können wir nicht die
Welt zur Gänze erkunden.
Anastasia macht es einen Heidenspaß
Zweibeiner (mit oder ohne Vierbeiner) am Zaun zu jagen und zu verbellen
wenn sie ahnungslos vorbeispazieren. Ich persönlich halte mich da
zurück. Ich habe ja auch scharfsinnig erkannt, dass bringt nichts, die
kommen doch nicht herein und knuddeln mich! Überhaupt, wenn ich die
Wahl zwischen Hasen- und Falterjagd habe, so fällt mir die Entscheidung
leicht, die komischen Flieger finde ich viel spannender, lustiger und
sie sind außerdem auch nicht so anstrengend.

Mit
der deutschen Sprache kommen wir schon ganz gut klar. Wenn sich unsere
beiden Zweibeiner, Uta und Hans, unterhalten, verstehen Anastasia und
ich eigentlich alles. Merkwürdig ist nur, sobald sie uns direkt
ansprechen, verändert sich ihre Sprachschwingung und –Klarheit. Es
dauerte bis wir herausfanden, dass „Schnellleckermachen“ mit dem
Bereitstellen des Futters im Zusammenhang steht und „gehtihrmit“ ein
Abenteuer außerhalb des Paradieses mit Halsband- und Leinenzwang
bedeutet. Anfänglich haben wir uns mit dem Spazierengehen schwer getan.
Mein lieber Fleischknochen! Was gibt es da draußen alles zu erriechen.
Faszinierend und zugleich beängstigend. Also ich bin nach so einem
Ausflug immer ganz platt und nervlich total überfordert (siehe
Teichfoto).
Hans meint, Anastasia sei mehr Vierbeiner als ich. Durchaus
möglich, nicht alles was Ani Spaß macht gefällt auch mir. Mein Ding ist
es mehr, alle Vierbeiner die zu Besuch kommen freundlich und stürmisch
zu begrüßen und sie ausgiebig zu unterhalten. Außerdem ist „schmusen“
eine Leidenschaft von mir und auf, an und neben Uta zu liegen.
Mit
der Ausnahme im Juni/Juli, als Ani plötzlich ein unwiderstehliches
Eigenparfüm produzierte. Aber Hallo, da wollte ich immer nur
„andocken“. Unsere Zweibeiner fanden die Idee nicht so toll. Die riefen
immer nur: „nein!nichtnochmehrbarsois!“ Den Zusammenhang habe ich zwar
noch nicht verstanden, aber na gut. Auf alle Fälle war es eine
aufregende Zeit mit Ani (auch wenn ich nicht so gedurft habe wie ich
wollte).
Jetzt kann ich mich wieder auf andere Dinge konzentrieren wie zum
Beispiel Uta und Hans, die jetzt wieder viel ausgeglichener und
entspannter wirken. (Außerdem sehen sie immer so glücklich aus wenn sie
uns ansehen. Was das wohl bedeuten soll?)
So, jetzt höre ich auf, denn gleich heißt es wieder
“schnellleckermachen“ und heute gibt es zu meinem Geburtstag für Ani
und mich jeweils ein halbes Hähnchen (natürlich ohne Knochen), eine
Beinscheibe, Pansen und vieles mehr!
Grüße bitte ganz herzlich Eleonora und teile bitte unseren griechischen
Zweibeiner-Freunden mit, wie gut es Ani und mir geht. Herzliches
Wau-Wuff und bis demnächst!