Mollie wurde zufällig bei ihrer Vorbesitzerin „entdeckt“. Da sie eine hervorragende Abstammung hatte, wollte diese mit der Hündin züchten. Mollie wollte das aber nicht ...... So kam sie in unsere Vermittlung – sehr zurückhaltend und vorsichtig fremden Menschen gegenüber. Auch wieder durch Zufall stellten wir dann fest, dass ihre Papiere gefälscht waren – so hatte die Vorbesitzerin auch ganz falsche Vorstellungen von der Hündin. Mollie hatte damals natürlich einen anderen Namen. Die Hündin, deren Namen und Daten man für Mollie „geliehen“ hatte, ist in ihrem guten Zuhause und hatte einige Wochen vorher einen Wurf gesunder Welpen. Nun war das alles unseren Interessenten für Mollie völlig egal – sie interessierten sich ausschließlich für "unsere" Mollie! 

Mollie

mollieundkalli (1).jpg
Als wir Anfang des Jahres mit Sack und "Pack" in die Schweiz zogen war eigentlich schon vorher klar, daß wir noch Platz für ein Wolfshund-Mädchen haben, was ein neues und besseres Zuhause sucht als es in seinem bisherigen Leben hatte. Die einzige Bedingung war, sie sollte gesund sein, damit sie unserer
grand-mère Marie auf ihre alten Tage noch eine gute Gefährtin würde. Seit dem Tod ihrer Rudel-Schwester vor drei Jahren fehlte ihr die Hündin an ihrer Seite.

Anette war die einzige von allen Tierschutzfrauen, die mit ihrer sensitiven Art sofort spürte, daß hier eine IW-Verrückte auf ihren nächsten Hund wartete. Und dank einem verständnisvollen Herrchen auch den ganzen Tag zuhause sein kann, um ihren Kuschelbären jeden Wunsch von den Augen abzulesen. So kam denn der entscheidende Anruf - Regina (Pflegestelle von WiN) hatte Mollie zu sich genommen und da wartete sie nun auf ihre neue Familie.

molliesteht1.jpg
Uns war klar, daß Mollie für uns bestimmt war, und so mußte ich die 1500 km auf mich nehmen, um sie nach Hause zu holen. In der Schweiz gibt es dank der Familie Erath, die jahrelang dem Irish Wolfhound Club Schweiz vorstand und ein - im Interesse der Hunde - strenges Regiment führte, nicht viele IW-Züchter, und somit auch nicht so viele Besitzer wie in Deutschland.Es sind gerade hier in der Westschweiz eine Handvoll und man kennt sich untereinander. So hatte ich auch schnell Unterstützung für die Fahrt und Laurence begleitete mich auf diese große Reise um Mollie heim zu holen. Unsere Reise dauerte 19 Stunden, von denen wir nur 1,5 Stunden Rast gemacht haben, dann war unser neues Mädchen endlich am Ziel ihres Lebens angelangt.

viererbande.jpg
Ängstlich, mißtrauisch, scheu wie sie war, schloß sie sich schnell ihrer grand-mère Marie (IW- 10 Jahre)  und den Jungs, Anton (Briard-Riesen- schnauzer-Mix-8 Jahre) und Kalli (Dackel-Toypudel-Mix-9 Jahr) an und gestatte auch über sie langsam den Kontakt zu uns. Mittlerweile kennt sie ihren neuen Namen, Mollie, und weiß, daß Frauchen und Herrchen sie über alles lieben. Kaum ein Hund kann so entspannen wie Mollie, wenn sie in unserem Arm zusammensackt und es genießt ganz doll geschmust zu werden.Und sie liebt ihre Marie wirklich und jedesmal, wenn Marie von einem ihrer Arztbesuche zurückkommt ,wird erst mal geküßt und geleckt und gezeigt wie sehr man die Alte vermißt hat. Schließlich ist sie mit ihren fast 10 Jahren schon eine wirklich alte Oma!

marieundmollie12 (1).jpg

Die beiden Mädels "kleben " aneinander, als wären sie Zeit ihres Lebens zusammen gewesen, man geht nebeneinander her beim Gassi, es wird parallel Pipi gemacht und geschnuppert, eine sucht ständig die Nähe zur anderen. Leider wissen wir nicht wie alt Mollie wirklich ist, ihr Impfpaß war gefälscht - aber ist das wirklich wichtig?? Kokettieren wir Frauen nicht sowieso immer mit unserem Alter und heißt es nicht, man ist so alt wie man sich fühlt?? Also, Mollie ist oft noch ein Kindskopf und holt ein bißchen ihre Kindheit nach, sie hat alle Kuscheltiere unter ihrer Kontrolle - und die Jungs haben einen riesigen Korb voll- sie entdeckt Gassigehen und Garten, ein Apfel kann sie dermaßen in Verzücken versetzen, daß sie um sich herum die ganze Welt vergißt und sich nur noch dem Verzehr vom Apfel widmet. Sie kann nicht verstehen, daß solch tolle Sachen einfach im Garten herumliegen und man sich die auch noch nehmen darf zum essen! Unfaßbar!

play1.jpg
Mollie ist grottenlieb zu allem und zu jedem - ok nur zu denen, die sie kennt und mag, aber wie schon bei Kindern wichtig: kein Küßchen auf Kommando! Kein Problem, wenn sie den Postboten auf den Hinterfüßen stehend anbellt mit der Stimme des Hound of Baskerville - sie geht zurück, nie nach vorne. Und ihr Rudel und ihre Menschen liebt sie bedingungslos. Alle anderen sind eben eine potentielle Bedrohung und ich kann ihr noch nicht mal Unrecht geben.

Sie liebt die Ruhe, als hätte sie sie nie gehabt, sie liebt es auf ihrer Matratze oder auf dem Sofa vor sich hin zu dösen und ist auch schwer zu wecken, nur weil es Fressen gibt. Das ist sowieso nicht ihr Ding, Fressen ist lästig und es ist mein erster Wolfshund, der nicht die Küche stürmt, nur weil etwas Eßbares drin liegt. Sie braucht Stunden, um ihren Napf zu leeren und trödelt ohne Ende, man muß sie immer dran erinnern, daß noch etwas drin ist, aber sie schafft es immer irgendwann.

erdbeerquark1.jpg

Tja, Glück gefunden - für wen trifft das zu? Bestimmt nicht nur für Mollie. Wir alle haben mit Mollie noch mehr Glück gefunden.







(c)2009 Windhunde in Not e.V.
info@windhunde-in-not.org