Maxim

1995 – keiner aus dem Kreis der jetzt für WiN tätigen Vermittler war damals schon dabei als Maxim vermittelt wurde. Er kam als ein etwas schwieriger Hund zu WiN. Nachdem er in Ostfriesland sein neues Zuhause bezogen hatte, hörten wir oft von ihm, nicht immer lustige Geschichten. Aber er kam aus allen schwierigen Situationen heil wieder heraus. Seine Familie kennt seine Geschichte am besten. Also genießen Sie deren Bericht!

17 Jahre und kein bisschen weise!
 
Wer hätte das erwartet, als wir im Februar 1995 unseren MAXIM am Bahnhof in Leer in Empfang nahmen, dass dieser quirlige Kerl so lange bei uns sein würde.
Maxim war von Anfang sehr selbstbewusst und knurrte mich am 1. Abend gleich an. Da wir hinsichtlich Afghanen sehr unbedarft waren, standen uns aufregende Monate bevor.

Das erste, was wir lernen mussten, war, dass wir die Türen nicht einfach auflassen durften, denn Maxim hatte einen enormen Freiheitsdrang.
Wir hatten zu der Zeit einen IW und waren von unserem Carrick so etwas überhaupt nicht gewohnt.
Sobald Maxim die offene Tür bemerkte, war er verschwunden und wir sahen nur in der Ferne einen roten Punkt hin und herflitzen. Nach einer ihm genehmen Zeit kam er dann sichtlich glücklich wieder nach Hause. Da wir in Ostfriesland wohnen, können wir wirklich kilometerweit sehen und es ist uns nicht entgangen, dass er mit Häschen und sonstigem Getier sichtlich Spaß hatte.
Und da war dann ja auch noch unser Wusel, ein Frettchen. Da Maxim ja nicht nur Afghanenblut in sich, sondern auch noch einen guten Schuss Irish-Setter mitbekommen hat, war sein Jagdinstinkt auch dem entsprechend. Und da Frettchen nun einmal einen extremen Wildgeruch haben, war das die ideale Beute für Maxim. Ich habe 2 Wochen lang Tag für Tag mit ihm geübt, dass der Wusel auch zur Familie gehört. Dann hatte ich Maxim soweit, dass Wusel aus seinem Futternapf fressen durfte und Maxim brav wartete, bis er fertig war.

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Auch Nachbars Hühner und Katzen blieben nicht sicher vor Maxim. Wir wurden des Öfteren angerufen, wir möchten doch unseren Hund wieder nach Hause holen. Es hat aber nie Beschwerden über Maxim gegeben, wohl wegen seines pfiffigen Wesens. Außerdem waren die meisten Nachbarn sowieso in unser „hübsches  Mädchen“ verschossen, so dass sie Maxim nie böse sein konnten. Jeder sah  eine wunderschöne Hündin in ihm, nie aber den schlitzohrigen Rüden, der er bis heute geblieben ist. Er klaut bis heute wie ein Rabe und mein Mann muss auf seinen Teller sehr gut aufpassen.
Unsere direkten Nachbarn hatten eine Kommondor-Kuvac-Hündin und jedes Mal  bei deren Läufigkeit bekamen sich Carrick und Maxim mächtig in die Quere. Da Maxim deutlich im Vorteil war, er konnte über den Zaun springen, gab es immer wieder Zoff zwischen den zwei Rüden. Deswegen entschlossen wir uns schweren Herzens, Maxim kastrieren zu lassen. Und es wurde tatsächlich so, wie wir befürchtet hatten. Maxim veränderte sein Wesen erheblich. Er wurde deutlich ruhiger, und träger. Es war nicht mehr unser Temperamentsbündel. Es war sicher auf eine Art angenehm für uns, nicht mehr immer aufpassen zu müssen und es gab auch keinen Krieg mehr wegen der Hündin, aber es war für Maxim im wahrsten Sinne des Wortes eine sehr einschneidende Maßnahme. Auch seine jetzigen zwei Kumpel, Dorian und Adonis, sind beide kastriert, es waren jedoch Krankheitsbedingte Op’s. Einen gesunden Rüden würden wir nie wieder kastrieren lassen.
Diese zwei Jungs, beide ca. 6 Jahre alt,  hat der alte Herr immer noch sehr gut unter Kontrolle. Er ist immer noch der Rudelchef und lässt sich nicht „die Butter vom Brot“ nehmen.

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Maxim hat mittlerweile unsere IW`s Carrick, Shannon und Connor überlebt. Alle sind leider nicht sehr alt geworden. Auch unser Wusel ist 1995 über die Regenbogenbrücke gegangen und auch ein Katzenbaby, das er und Shannon bei einem Spaziergang aufgestöbert und adoptiert hatten, wurde von einem Auto überfahren und starb.
Maxim schläft heute viel, am liebsten bei seinem Herrchen im Bett, geht aber noch regelmäßig mit spazieren. Er läuft nicht mehr soviel und altersbedingt auch langsam. Das Herz will nicht mehr so recht und auch die Knochen sind steif, aber sein Wille und Durchsetzungsvermögen sind noch voll da. Er weiß ganz genau, was er will und notfalls muss das Herrchen mit ins Bett, damit er schlafen kann. Er hat absolute Narrenfreiheit und wir sehen Maxim vieles nach, denn wir sind froh über jeden Tag, den er noch bei uns sein darf. Wir sind Windhunde in Not, vor allem aber auch Frau Sieber unendlich dankbar, dass wir diesen liebenswerten Hund  bei uns aufnehmen durften.

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Seit vielen Jahren dürfen wir erleben, wie sich dieser Hund von einem jungen Heißsporn in einen weisen alten Herrn entwickelt. Er war niemals streitlustig, hat sich mit anderen Rüden immer verstanden, jedes Hundemädchen hat er um die Pfote gewickelt und auch so manches Menschenherz.
Wir wünschen uns, dass es mehr Menschen gibt, die auch alte Hunde bei sich aufnehmen, denn sie haben jungen Hunden eine Menge voraus und sei es nur eine Portion „Schlitzohrigkeit“.
 



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