Kolja
Kolja kennen Sie bestimmt nicht aus der Vermittlung. Er ist ein klassisches Beispiel von einem Hund, dem es bei seinen Leuten erst ganz gut ging, aber der später aufgrund der veränderten Lebensumstände seiner Menschen zu einem Tierschutzfall wurde. Wir wurden auf Kolja aufmerksam gemacht, aber eine zusätzliche, aber leider häufig auftretende, Schwierigkeit war, dass die Besitzer überhaupt nicht sehen konnten (oder wollten), wie schlecht es Kolja ging. In solchen Fällen ist unsere Arbeit manchmal sehr schwierig und ist eine gewisse Hartnäckigkeit und auch Kreativität angesagt. Dank netten Tierschützern vor Ort und Koljas Züchter haben wir es nach einiger Zeit geschafft, Kolja auf einen neuen, Barsoigemässen Platz um zu siedeln . Wie es ihm jetzt geht lesen Sie hier:
Nachdem sich meine wunderbare rotsandfarbene Saluki-Hündin Min Ma Sha Inji im Alter von 13 Jahren an einem kalten Novembertag im Jahre 2004 von immer von mir verabschiedete, konnte ich mir nicht vorstellen wieder einen Hund zu haben.
Doch mit der Zeit wurde die Sehnsucht größer. Die Salukis, die mir in ihrer speziellen, wirklich nicht immer umgänglichen Art, so sehr ans Herz gewachsen sind kann ich auch nach vier Jahren nicht sehen ohne in tiefem Schmerz an Inji zu denken. Inji, die Hündin, die halb Europa mit mir bereiste und alles von mir wusste. Ich musste feststellen, dass es ein Saluki momentan nicht sein konnte. War ich überhaupt schon bereit, mich auf einen anderen Hund einzulassen?
Dann bekam ich die Nachricht, dass ein nicht mehr ganz junger, aber gut aussehender (Barsoi)-Herr eine neue Wohnung suchte. Er hat mich mit seiner freundlichen zurückhaltenden Art beeindruckt und so beschlossen wir es miteinander auszuprobieren.
Etwas schüchtern, wenn nicht gar weltfremd war er schon!
Viel Geduld und Pflege waren nötig, aber dann dauerte es nicht lange, und er entwickelte sich zu einem selbstbewussten Charmeur und mittlerweile hat er nicht nur doppelt so viel Haar, sondern auch doppelt so viel Energie und Ausdauer.


Wie er das sieht? Fragen wir ihn selbst!
Also eine Umstellung war das schon… nicht nur dass man regelmäßig die Zähne geputzt bekommt und zur Mani- und Pediküre muss, täglich kommt sie und will bürsten. Zugegeben – sieht nicht schlecht aus die Frisur! Morgens fängt das ganze immer prima an, weil ich nach einer kurzen Fahrt mit dem Auto erst mal auf die Wiese gehe und Zeitung lese. Dort treffe ich auch Kollegen – alle ziemlich nett hier. Dann gehen wir in ihre kleine Wohnung – ich habe da mein Schaffell und mache es mir gemütlich, während sie ständig auf eine Tastatur einhämmert oder telefoniert. Manchmal geht sie auch weg und wenn sie wieder kommt riecht sie nach allen möglichen Tieren – sehr spannend!! Manchmal gehe ich auch mit. Ulkig sehen die anderen aus. Die einen eher klein mit viel Wolle, die anderen kurzhaarig, riesig groß schwarz-weiß und mit Hörnern oder fast nackt und rosarot.
Mittags treffen wir dann Kollegen, da kann man sich gut über die Neuigkeiten im Haus unterhalten und bekommt immer ein paar Snacks ab. Wenn sie dann mit dem Getippsel fertig ist, fahren wir immer noch mal weg. Es gibt da nämlich noch dieses riesengroße schwarze andere vierbeinige Tier, das nicht mit uns in unserer Wohnung lebt und auch ganz anders riecht. Den besuchen wir nahezu täglich – nur was soll man damit bloß anfangen? Rücksichtslos läuft das riesige Vieh los, egal ob man da steht oder nicht. Unverschämt! Ich verstehe zwar nicht, was sie an dem so toll findet, aber der wird auch immer gebürstet und muss auch die Füße hergeben. Wenigstens trifft uns dieses Schicksal gleichermaßen!!! Mittlerweile komme ich ganz gut mit ihm aus. Okay, er ist größer und stärker, aber man kann mit ihm spielen. Wenn man seine Spielregeln kennt. Und an der Stelle bin ich einfach mal großzügig – es würde einfach zu lange dauern um ihm meine zu erläutern…

Viel mehr kann ich euch so in der Kürze nicht berichten – aber die Bude in der wir wohnen ist echt cool und Frauchen ist ziemlich in Ordnung!
Bis bald euer Kolja