Interview mit Frau Gisela Karas

Offiziell seit 1999, aber zwei Jahre vorher hatte ich schon angefangen mich um die Buchführung zu kümmern. Sagen wir mal, so seit zehn Jahren!
• Wie sind Sie zu dem Job gekommen?
Irgendwann war ich auf der Suche nach einem zweiten Whippet, und weil ich schon einen über Frau Van Beynen bekommen hatte, versuchte ich es wieder bei WiN. Da war zur Zeit kein passender Whippet für mich, aber ich geriet mit Frau Sieber ins Gespräch über alles mögliche und auch über die Arbeit von WiN. Dabei stellte sich heraus, dass die WiN-Damen von Computern nichts wussten und zum Beispiel die Mitgliederliste jeweils neu auf Schreibmaschine getippt wurde. Mit meinem beruflichen Hintergrund war so etwas vollkommen unverständlich. Und so bot ich meine Hilfe an. Ich übernahm zuerst die Mitgliederverwaltung und im Laufe der Zeit immer mehr Sachen, die doch besser mit einem Computer zu erledigen waren als mit einer Schreibmaschine.
Ja, und dann kam 1999 der plötzliche Rücktritt der damaligen Kassenführerin. Außer mir gab es damals niemanden, der die Kassenführung und vor allem die Buchführung übernehmen konnte oder wollte. Und so kam ich, mehr oder weniger zwangsweise, als Kassenführerin in den Vorstand.
• Macht die Arbeit für WiN Ihnen Spaß?
Ja, sicher! Leider ist es so, dass einfach zu viel Arbeit an mir hängen geblieben ist. Ich bin nicht nur Kassenführerin und Mitgliederverwalterin sondern habe 2003 auch die Geschäftsstelle von WiN übernommen und irgendwie bin ich in den letzten Jahren immer mehr in die Vermittlung eingebunden. So viele Dinge neben einander verursachen auf Dauer zu viel Stress. Und das ist natürlich nicht gut. Ich muss einfach einen Teil meiner Arbeit abgeben. Die Kassenführung ist eine deutlich begrenzte und durch die Satzung festgelegte Aufgabe und deswegen am besten geeignet, an einen Nachfolger übergeben zu werden.
• Was tut die Kassenführerin von WiN genau?

Zusätzliche Arbeit bereiten fehlende Zahlungen von Beiträgen und Schutzgebühren, dann muss nämlich gemahnt werden. Das macht mir natürlich überhaupt keinen Spaß, aber dieser Teil der Arbeit ist auch ganz wichtig.
Das Ganze muss dann auch noch gebucht werden. Am Jahresende ist dann der Abschluss zu machen und für die Jahreshauptversammlung der Bericht des Kassenführers zu schreiben.
Zuständig ist der Kassenführer auch für alle Finanzplanungen, das heißt, er muss wissen, ob neben allen laufenden Ausgaben Geld für größere Anschaffungen vorhanden ist, mit welchen Einnahmen er sicher rechnen kann und - noch schwieriger – die laufenden Ausgaben der kommenden Monate einschätzen.
• Das hört sich nach einem Haufen Arbeit an. Wie viel Zeit nimmt die Kassenführung so durchschnittlich ein?
Weil ich sehr viele Sachen gleichzeitig mache, ist das etwas schwierig zu sagen. Aber ich würde sagen, durchschnittlich soll der neue Kassenführer mit einem Tag in der Woche rechnen. Wobei es natürlich immer wieder Dinge gibt, die sofort erledigt werden müssen. Zum Glück muss die Buchführung höchstens jeweils nach Abschluss eines Monats gemacht werden.
• Wie sieht Ihr(e) ideale(r) Nachfolger(in) aus? Was muss er/sie können?
Er muss natürlich Grundkenntnisse im Rechnungswesen haben. Dazu gehören nicht Bilanzsicherheit oder Steuerkenntnisse (als gemeinnütziger Verein wird WiN nicht veranlagt). Dazu gehört aber Gewissenhaftigkeit im Umgang mit dem Geld der Windhunde in Not, Ordnung in der Belegbearbeitung und eine große Bereitschaft zur Teamarbeit im Vorstand. Mein Nachfolger muss natürlich bereit sein ehrenamtlich für die in Not geratenen Windhunde zu arbeiten. Und dann wäre es schön, wenn der neue Kassenführer ein "reinrassiger" Windhundmensch ist.
• Freuen Sie sich auf die Zukunft ohne WiN?
Ich kann mich jetzt schon riesig freuen auf mehr Zeit für meine beiden Windspiele! Aber ehrlich gesagt, kann ich mir das Leben komplett ohne WiN nicht so gut vorstellen und in der zukunftigen neuen Vereinsstruktur habe ich noch meine eigene Aufgabe in der Hundevermittlung. Darauf freue ich mich ganz besonders!
