Sie kennen ihn vielleicht als Eiko - so hieß er unter "Glück gesucht" auf unserer Homepage. Allerdings nicht lange. Er war zu uns auf einen Pflegeplatz gekommen, weil sein Frauchen aus gesundheitlichen Gründen eine Auszeit von der Familie nehmen musste. Damit war aber auch der Whippet unversorgt. Nach einigen Wochen beschloss dann seine Familie, Eiko endgültig in ein neues Zuhause zu geben, um ihm ein wiederholtes Ein- und Ausziehen zu ersparen. Eiko zeigte zwar keinerlei Trennungskummer, hatte aber seine eigene Art, sich zu beschäftigen schon zu Hause trainiert: Löcher in Decken beißen, Kissen kaputt machen, alle möglichen Gegenstände in den Garten zu verschleppen waren bevorzugter Zeitvertreib. Im Freien war er zuverlässig, gut abrufbar - außer er traf Hunde, die er nicht leiden konnte. Das sagte er ihnen dann überdeutlich. Ein etwas heikler Fall für die Vermittlung, auch weil er sehr verschlossen, besonders groß und kräftig war, eben nicht der kleine schmusige Whippet, den jedermann liebt. Aber dann kam es ganz anders bzw. sein neues Frauchen entdeckte ihn. Lesen Sie nun, wie die Geschichte ein gutes Ende fand!

Ein starkes Team!

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Für meine in die Jahre gekommene Greyhündin Alicia wünschte ich mir seit längerer Zeit einen 'Windhundpartner', der ihrem Leben neuen Schwung geben sollte. Da ich vor Alicia in der Zeit von 1974 bis 1998 mit insgesamt 4 Whippetrüden (paarweise gehalten) wunderbar zusammengelebt hatte, kam auch nur ein Whippet angemessenen Alters in Frage.

Am 11.10.2007 entdeckte ich auf der WiN-Homepage einen knapp 7-jährigen roten Whippetrüden. WiN hatte ihn „just“ an diesem Tage ins Netz gestellt! Es war meinerseits Liebe auf den ersten Blick!

Nach mehrere ausgiebigen Telefonate mit Frau Karas - wir kannten uns seit einem viertel Jahr - bot diese mir an, George für ein paar Tage bei mir zu lassen, dabei auch Alicia und unser Umfeld kennen zu lernen, weil sie ihre Reiseroute gut über unseren Wohnort legen konnte. Wir telefonierten fleißig weiter und bis zur Rückfahrt von Frau Karas war klar, sie mußte George nicht wieder abholen.  Erfreulicher Weise fühlte sich der Junge vom ersten Moment an heimisch und benahm sich „whippetly-correct“, d. h. er quälte weder Kissen noch zerstörte er Decken oder Schaffelle. Er dekorierte meine Wohnung nicht um und unterließ Bastel-arbeiten jeglicher Art.
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Georgie hatte dann aber doch eine Überraschung für mich: Während meiner Abwesenheit (max. 4 Std.) schaffte er es, Alicia zur gemeinsamen Hausmusik zu animieren! Bei meiner Rückkehr hörte ich den zweistimmigen Gesang bereits unten an der Haustüre. Als ich die Wohnung aufschloss, begrüßten mich zwei fröhliche Hunde, die mit meinem Protest offensichtlich nicht gerechnet hatten. Wiederholungskonzerte wurden an zwei weiteren Tagen gegeben! Nach dem ich beiden Künstlern zum verbalen Verweis noch zusätzlich meine Lederhandschuhe auf den Popo geklatscht hatte, wurde ihnen der Ernst der Lage deutlich. Sofern ich an den darauf folgenden Tagen das Haus allein verließ, wedelte ich zum Abschied nur mit meinen Handschuhen und die Herrschaften wussten, was ich damit zum Ausdruck bringen wollte.

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Von Alicia wurde Georgie „als Gasthund“ sofort akzeptiert. Allerdings war es für sie erst einmal gewöhnungsbedürftig, dass dieser Knabe sämtliche Kuschelplätze, einschließlich Frauchens Betts ungeniert benutzt. Das dürfen unsere Gasthunde nicht. Die bekommen einen netten Platz im Wohnzimmer zugewiesen und sind spätestens am nächsten Tag wieder verschwunden.
Georgie verschwand natürlich nicht und ließ sich von Alicias Dominanzverhalten nur mäßig beeindrucken. Knurrte sie ihn an, weil er mit ihr Kuscheln wollte, drehte er sich weg. Gab sie noch immer keine Ruhe, knurrte er auch mal zurück, räumte jedoch nie den Platz. So lernte „mein Einzelkind“ das partnerschaftliche Miteinander inklusive Kuscheln mit Georgie.

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Durch unermüdliche Charmeattacken gelang es dem selbstbewussten Rüden innerhalb kurzer Zeit, Alicia für sich zu gewinnen. Auf unseren täglichen Spaziergängen durch die Maschwiesen (Freilauf inbegriffen!) hält Alicia nun „ihrem Jungen“ lästige Rüden vom Halse und Georgie reagiert ziemlich sauer auf Hündinnen, die „seine Alicia“ anknurren oder anbellen.

Kürzlich musste Alicia wegen einer Kreislaufschwäche in die Tierklinik. Selbstverständlich wurde sie von Georgie begleitet. Während der Untersuchungen wartete er mit unserer Freundin Elein in der Wartezone für Hunde. Dort traf er seine Püppi zwischendurch, wenn wir von einem zum anderen Raum gingen. Die Freude war jedes Mal ganz groß und ihr schien es gut getan zu haben.

Stolpert Alicia mal auf der Treppe, springt Georgie sofort neben sie, als wolle er sie stützen. Dieser Hund ist im wahrsten Sinne des Wortes einmalig!

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Unsere Familienerweiterung ist ein voller Erfolg! Georgie bereichert unser Leben und scheint mit seinem jetzigen Leben auch sehr zufrieden zu sein.
Das 11-jährige Greymädchen ist wieder etwas jugendlicher geworden. Unseren Morgenspaziergang konnten wir bis heute auf 2 Stunden erhöhen. Das schafft sie wieder mühelos trotz der altersbedingten Arthrose. So ein jugendlicher Partner setzt ungeahnte Kräfte frei.
Und weil Georgie leidenschaftlich apportiert, muss ich auf jedem Spaziergang Stöcke werfen, bis sich der Muckimann ausgepowert hat. Ein hervorragendes Training für Hund und Frauchen, welches seit dem drei Kilo abgenommen hat! Danke, mein „Personal-Trainer“! Als Honorar gibt es ganzjährig Hühnchen gekocht mit Beilagen und abends Käse statt Leberwurst aufs Brot. Es ist kein Witz, er will es so!

Und wem haben wir unser Glück zu verdanken?

Dem WiN-Team! Mein Dank geht insbesondere an Frau Karas und Frau de Vries, die sich sehr engagiert für unseren strammen Holländer eingesetzt haben.

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