Sie kennen ihn vielleicht als Eiko - so hieß er unter "Glück gesucht" auf unserer Homepage. Allerdings nicht lange. Er war zu uns auf einen Pflegeplatz gekommen, weil sein Frauchen aus gesundheitlichen Gründen eine Auszeit von der Familie nehmen musste. Damit war aber auch der Whippet unversorgt. Nach einigen Wochen beschloss dann seine Familie, Eiko endgültig in ein neues Zuhause zu geben, um ihm ein wiederholtes Ein- und Ausziehen zu ersparen. Eiko zeigte zwar keinerlei Trennungskummer, hatte aber seine eigene Art, sich zu beschäftigen schon zu Hause trainiert: Löcher in Decken beißen, Kissen kaputt machen, alle möglichen Gegenstände in den Garten zu verschleppen waren bevorzugter Zeitvertreib. Im Freien war er zuverlässig, gut abrufbar - außer er traf Hunde, die er nicht leiden konnte. Das sagte er ihnen dann überdeutlich. Ein etwas heikler Fall für die Vermittlung, auch weil er sehr verschlossen, besonders groß und kräftig war, eben nicht der kleine schmusige Whippet, den jedermann liebt. Aber dann kam es ganz anders bzw. sein neues Frauchen entdeckte ihn. Lesen Sie nun, wie die Geschichte ein gutes Ende fand!
Ein starkes Team!

Am 11.10.2007 entdeckte ich auf der WiN-Homepage einen knapp 7-jährigen roten Whippetrüden. WiN hatte ihn „just“ an diesem Tage ins Netz gestellt! Es war meinerseits Liebe auf den ersten Blick!
Nach mehrere ausgiebigen Telefonate mit Frau Karas - wir kannten uns seit einem viertel Jahr - bot diese mir an, George für ein paar Tage bei mir zu lassen, dabei auch Alicia und unser Umfeld kennen zu lernen, weil sie ihre Reiseroute gut über unseren Wohnort legen konnte. Wir telefonierten fleißig weiter und bis zur Rückfahrt von Frau Karas war klar, sie mußte George nicht wieder abholen. Erfreulicher Weise fühlte sich der Junge vom ersten Moment an heimisch und benahm sich „whippetly-correct“, d. h. er quälte weder Kissen noch zerstörte er Decken oder Schaffelle. Er dekorierte meine Wohnung nicht um und unterließ Bastel-arbeiten jeglicher Art.


Georgie verschwand natürlich nicht und ließ sich von Alicias Dominanzverhalten nur mäßig beeindrucken. Knurrte sie ihn an, weil er mit ihr Kuscheln wollte, drehte er sich weg. Gab sie noch immer keine Ruhe, knurrte er auch mal zurück, räumte jedoch nie den Platz. So lernte „mein Einzelkind“ das partnerschaftliche Miteinander inklusive Kuscheln mit Georgie.

Kürzlich musste Alicia wegen einer Kreislaufschwäche in die Tierklinik. Selbstverständlich wurde sie von Georgie begleitet. Während der Untersuchungen wartete er mit unserer Freundin Elein in der Wartezone für Hunde. Dort traf er seine Püppi zwischendurch, wenn wir von einem zum anderen Raum gingen. Die Freude war jedes Mal ganz groß und ihr schien es gut getan zu haben.
Stolpert Alicia mal auf der Treppe, springt Georgie sofort neben sie, als wolle er sie stützen. Dieser Hund ist im wahrsten Sinne des Wortes einmalig!

Das 11-jährige Greymädchen ist wieder etwas jugendlicher geworden. Unseren Morgenspaziergang konnten wir bis heute auf 2 Stunden erhöhen. Das schafft sie wieder mühelos trotz der altersbedingten Arthrose. So ein jugendlicher Partner setzt ungeahnte Kräfte frei.
Und weil Georgie leidenschaftlich apportiert, muss ich auf jedem Spaziergang Stöcke werfen, bis sich der Muckimann ausgepowert hat. Ein hervorragendes Training für Hund und Frauchen, welches seit dem drei Kilo abgenommen hat! Danke, mein „Personal-Trainer“! Als Honorar gibt es ganzjährig Hühnchen gekocht mit Beilagen und abends Käse statt Leberwurst aufs Brot. Es ist kein Witz, er will es so!
Und wem haben wir unser Glück zu verdanken?
Dem WiN-Team! Mein Dank geht insbesondere an Frau Karas und Frau de Vries, die sich sehr engagiert für unseren strammen Holländer eingesetzt haben.

Update 14. Dezember 2009

Und es ist bereits der dritte Geburtstag, den wir hier seit seinem Einzug am 14. Oktober 2007 gemeinsam erleben dürfen.

Alicia und George sind ein sehr gut eingespieltes Team. Ich bin davon überzeugt, dass die mittler Weile 13jährige Greyhündin mental nicht mehr so gut drauf wäre, gäbe es den guten George nicht.
Er begleitet sie auf den für sie kleiner gewordenen Spaziergängen. Die fortschreitende Arthrose lässt ausgiebige flotte Gänge leider nicht mehr zu. Die mache ich anschließend mit George.
Nach jedem Gang wird er von Alicia „abgescannt“. Als interessierte Hundefrau muss sie wissen, wo ihr Partner wann mit wem war.
Zuhause treiben die Beiden ihre Späßchen: Gegenseitiges Leckerli-Klauen, –Verstecken, -Suchen.

Im Laufe der Zeit haben sich für George einige Hundefreundschaften mit Rüden und Hündinnen ergeben. Mit denen funktioniert der Freilauf problemlos. Bei fremden Hunden bin ich vorsichtig, weil George sehr wählerisch ist und nach wie vor gern mal „angreifen“ würde.
George hat man während seines vorherigen Lebens offensichtlich z. T. übel mitgespielt. Folge sind, ab und zu auftretende depressive Phasen, die wir durch Liebe, Verständnis und Dank Bachblüten mit tierärztlicher Begleitung im Griff haben. George ist – trotz negativer Erfahrungen - ein großer Menschenfreund.

Durch seine besondere Art, die überwiegend zurückhaltend freundlich ist, mit durchaus spontan witzig bis lustig-frechen Einlagen, ist es George gelungen, meine Freunde und Freundinnen für sich zu gewinnen. Und mich hat der schöne, große Junge ja sowieso! Für die Zukunft wünschen wir uns Gesundheit und noch viele schöne Jahre mit dem guten George.
Danke, liebe WiNies!