Als
Debbie zu Windhunde in Not kam, war sie 6 Jahre alt. Ihre Besitzer
erzählten uns, sie mussten ihr gesamtes Leben umstellen und hatten auch
eine geografische Veränderung vor sich. All das betrachteten sie als zu
große Belastung für ihre Salukis. Die kleine Hündin war schön, aber
nicht sehr gesund: Herzfehler, Schilddrüsenprobleme,
Niereninsuffizienz. Wir suchten und fanden für Debbie genau den
richtigen Platz: eine ruhige Familie, in der sie gehegt und gepflegt
wurde, in der sie glücklich sein durfte. Bis zu ihrem Lebensende...Debbie
geb. 21.07.1996, gest. 14.10.2007
Sie
kam zu uns am 24.08.2002, einfach nicht mehr gewollt von ihren Menschen
bei denen sie 6 Jahre ihres Lebens verbrachte. Ein so liebenswertes
Schätzchen, ruhig, verletzlich und doch freudig, mit ihren dunklen,
tiefgründigen Augen hat sie sofort unsere Herzen erobert.
Sie
wurde durch ihre Menschen bei uns abgegeben, ein Tränchen wurde noch
rausgedrückt und drum gebeten, dass wir doch über sie berichten
sollten, was wir natürlich gerne machen wollten. Ihre Menschen gingen
und schauten nicht zurück und fragten auch später nie mehr nach ihr.
Debbie stand am großen Balkon und schaute ihren Menschen nach – sie
weinte, wir waren so gerührt, freuten uns so sehr, sie bei uns zu
haben, ihr sollte es nie an etwas fehlen bis sie auch uns verlassen
muss. Ihr Kummer war sehr groß, dieses kleine, zerbrechliche
Schätzchen, sie fraß nicht und wir ernährten sie aus der Hand. An den
Futternapf ging sie nur nachts wenn alles ruhig war, dann hörten wir ab
und zu mal, dass sie ein bisschen von ihrem Futter nahm.

Wir
wollten sie nicht alleine lassen und dachten, dass ein Freund ihr gut
tun würde und so kam 4 Wochen nach ihrer Ankunft auch Sultan zu uns.
Sultan hatte sie wohl etwas irritiert, er war ängstlich und nicht ganz
einfach, aber sie übernahm es sofort ihn zu leiten, ihm auch zu zeigen,
dass sie die Chefin ist und hat ihm die Sicherheit gegeben, die ihm
gefehlt hat. Sie hat viel Geduld mit ihm gehabt, doch sie musste ihn
auch maßregeln damit Ruhe einkehrt.
Nach
ca. 5 Wochen war sie richtig bei uns angekommen. Sie frisst gut, aber
etwas merkwürdig – ein paar Häppchen, dann musste sie erst eine Runde
durchs Haus laufen, immer und immer wieder bis der Napf leer war. Nach
kurzer Zeit wusste sie wo die Leckerchen gelagert wurden und zeigte uns
abends immer ca. 19 Uhr genau was sie wollte – nein Frauchen, dieses
möchte ich nicht, ich möchte das andere gerne haben.
Ihr
liebster Platz ist im Bett, sie kuschelt für ihr Leben gerne, schön
warm zugedeckt ob mit oder ohne Frauchen und Herrchen – im Bett ist es
einfach toll.Sie begleitet uns mit Sultan ins Restaurant und benimmt
sich wie eine große Dame, überall hin können wir sie mitnehmen,
unauffällig und einfach nur lieb fügt sie sich in jede Situation. Nur
eins mag sie nicht – sie legt sich nicht auf den Boden, nur wenn eine
Decke drunter liegt. Und was macht Herrchen und Frauchen wenn die Decke
vergessen wurde? Wir legen unsere Jacken drunter, damit Madame schön
weich liegt und nicht friert.
Sie geniesst es mit Sultan zu
rennen und es macht ihr einen Riesenspaß ihn zu jagen und er findet es
toll einen Haken zu schlagen und sie erst mal ins Leere laufen zu
lassen. Auf der Rennbahn lief sie auch ein paar mal, einfach nur zur
Freude.
Immer wieder einmal bleibt sie stehen nachdem sie
gerannt war und schreit, wir sind hoch besorgt, das gebrochene Bein,
mit dem sie schon zu uns kam kann es nicht sein, denn dort zeigt Sie
keine Schmerzen. Wir lassen sie von 3 Tierärzten untersuchen, von
Herzspezialisten und keiner kann etwas feststellen. Wir lassen sie
nicht mehr ausgiebig rennen und bremsen sie, damit sie sich nicht
übernimmt.

Und
dann im Dezember 2006 bricht sie zusammen nachdem sie mit Sultan
rannte. Wir fahren mit ihr zu unserer Tierärztin. Am darauf folgenden
Tag zu einem Herzspezialisten, es wurde festgestellt, dass die linke
Herzklappe nicht mehr richtig schließt. Auch in der Uniklinik in Zürich
lassen wir sie von Fachärzten durchchecken. Sie wird auf Medikamente
eingestellt, wir haben Angst sie zu verlieren, sie frisst nicht und sie
wird zwangsernährt, doch die Medikamente schlagen Gott sei Dank an und
sie erholt sich. Nun frisst sie wieder richtig gut, es geht ihr wieder
gut, sie spielt wieder und wir freuen uns über unser kleines Mäuslein.

Dann
Ende September fängt sie an zu husten, unsere Tierärztin vermutet
Zwingerhusten, der gerade wieder einmal herum geht und sie bekommt ein
Antibiotikum. Der Husten wird besser, geht aber nicht ganz weg und sie
frisst wieder nichts mehr. Wieder wird sie zwangsernährt, wir päppeln
sie mit vielen leckeren Dingen, aber sie möchte nicht mehr richtig. Sie
beginnt schwer zu atmen, wir legen sie hoch, damit das Atmen leichter
fällt. Sie wird so schwach, dass wir sie in den Garten tragen, damit
sie ihr Bedürfnis verrichten kann. Eine weitere Untersuchung am
13.10.07 – röntgen des Brustkorbs – ergibt die schreckliche Diagnose -
Lungenkrebs. Uns kommen die Tränen als wir dies hören – unser geliebtes
Schätzchen. Am Sonntag den 14.10. nur ein Tag nach der Diagnose bekommt
sie abends nur noch schlecht Luft und ist sehr unruhig, wir rufen noch
um 22 Uhr unsere Tierärztin an und sie kommt sofort. Debbie liegt in
unseren Betten, dort wo sie am liebsten lag, sie hat noch eine
Lungenentzündung dazu bekommen und es gibt keine Rettung mehr für sie.
Wir halten sie, wir streicheln sie und reden mit ihr, sie schaut ihr
Frauchen an und dann ihr Herrchen, sie verabschiedet sich von uns, so
herzzerreißend lieb und wir verabschieden uns von ihr. Sie legt den
Kopf auf die Kissen und ist nur noch friedlich, ringt nicht mehr nach
Atem und ist erlöst von ihrem entsetzlichen Leiden. Wir weinen und
unsere Tierärztin mit uns, sie hat in ihrer 20 jährigen Tätigkeit noch
nie gesehen, dass sich ein Hund so klar und intensiv von seinen
Menschen verabschiedet hat, wie Debbie dies getan hat. Uns reißt es
fast das Herz aus dem Leib.
Nun liegt sie da, ruhig und schön,
ihr Charisma wirkt über ihren Tod hinaus, sie bekommt ihr
Swarovskihalsband an und wir geben ihr das Stoffhundchen in den Arm mit
dem sie immer gespielt hat. Sie ruht für immer in unserem Garten, ganz
nah bei uns. Sie ist in unseren Herzen, unvergessen, über alles
geliebt, wir sind sehr dankbar, dass wir sie bei uns haben durften.